Togo
Togo hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte in der inklusiven sozialen und
wirtschaftlichen Entwicklung sowie bei der politischen Teilhabe von Frauen erzielt. Der Anteil
von Frauen im nationalen Parlament stieg seit 1997 von lediglich 1,2% auf nahezu 20%. Zudem
wurde eine Reihe von Gesetzesreformen beschlossen, die die Rechte von Frauen stärken und
geschlechtsspezifische Diskriminierung bekämpfen. Mit einem von der Weltbank finanzierten
Projekt verstärkt die Regierung seit 2023 ihre Anstrengungen, den Zugang von Mädchen
und Frauen zu Bildung, wirtschaftlicher Teilhabe und Gesundheitsdiensten zu verbessern.
Auch was das Gesundheitssystem betrifft, hat sich Togo ehrgeizige Ziele gesetzt. Zu den
zentralen Vorhaben zählt die drastische Senkung der Müttersterblichkeit von 401
Todesfällen pro 100’000 Lebendgeburten im Jahr 2015 auf unter 100 bis 2025, sowie der
Sterblichkeit von Neugeborenen von 27 auf 5 pro 1’000 Lebendgeburten. Ein weiterer
Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau einer universellen Gesundheitsversorgung sowie der Reform der
primären Gesundheitsdienste durch Investitionen in die Infrastruktur und Ausstattung von
Gesundheitszentren sowie die Stärkung des Gesundheitspersonals. Konkret haben seit
Erstellung des entsprechenden Plans im Jahr 2020 über 240’000 Frauen einen besseren
Zugang zu Basisgesundheitsdiensten erhalten.
Die Regierung hat zudem auf Distriktebene Ansprechpersonen etabliert, die unter anderem
sicherstellen sollen, dass Frauen, die geschlechtsspezifische Gewalt erfahren haben, Zugang zu
umfassender Versorgung und Unterstützung erhalten. Für 2025 ist die Durchführung
der vierten Bevölkerungs- und Gesundheitserhebung geplant, um aktuelle Daten zu wichtigen
Gesundheitsindikatoren zu liefern.
Dennoch steht das Land vor grossen Herausforderungen, insbesondere was die wirtschaftliche
Inklusion von Frauen betrifft. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen liegt deutlich unter jener der
Männer, und die meisten Frauen arbeiten ohne soziale Absicherung. Auch beim Zugang zu Land,
Produktionsmitteln und finanziellen Ressourcen sind Frauen immer noch benachteiligt. Was den
Bildungsbereich betrifft, bestehen ebenfalls Ungleichheiten: Mädchen haben im Vergleich zu
Jungen geringere Chancen, die Sekundarstufe abzuschliessen.
Die Sicherheitslage bleibt angespannt. Vor dem Hintergrund der anhaltenden terroristischen
Bedrohung im Sahel gilt in der nördlichen Region Savanes seit 2022 der Ausnahmezustand
– eine Aufhebung ist auch 2025 wenig wahrscheinlich. Die Militärausgaben sollen von
100 Millionen US-Dollar im Jahr 2018 auf 227 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 steigen, um
terroristischen Bedrohungen zu begegnen. Um regionale Sicherheitsprobleme koordiniert anzugehen
und die Handelsströme aufrechtzuerhalten, setzt Togo auf stabile Beziehungen zu den
Nachbarländern und auf die Stärkung internationaler Partnerschaften.